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St. Elisabeth-Kirche Marburg, 24.11.18
#1
Wie bei jedem Konzertbericht gilt allergrößte Spoilerwarnung. Wer in naher Zukunft auf ein Konzert geht, sollte den Bericht nicht lesen (nach dem Konzertbesuch kann das gerne nachgeholt werden Zwinker ). Wer das Drumrum nicht lesen möchte, kann einfach runterscrollen zu dem Teil mit den gefetteten Wörtern.

Meine Großeltern haben mich auf das Konzert in St. Elisabeth eingeladen. Das bedeutete für mich erst mal, dass der Samstagabend verplant war. Erst später erkannte ich, dass es für meine Großeltern aber bedeutete, dass ich Freitag direkt nach der Arbeit zu ihnen komme und bis Sonntag bleibe. Das war ein wenig ungünstig, da ich so den Geburtstag meiner Cousine absagen musste und eigentlich auch einiges für die Arbeit zu erledigen hatte.
Nun gut. Durfte ich mich mal wieder als Kind fühlen und bei meinen Großeltern übernachten. Doch die Abfahrt am Samstag war früher als gedacht. Noch am Vormittag fuhren wir plötzlich los, weil es in Marburg wohl noch was zu Erledigen gab.
Nun gut. Dann waren wir halt über sieben Stunden zu früh in Marburg. Ich bin ja sowieso gerne überfrüh da, um einen guten Platz zu bekommen. Doch in Marburg liefen wir irgendwie nur planlos rum. Erst nach einer Weile stellte sich dann heraus, dass mein Opa dachte, meine Oma hätte in Marburg was zu erledigen, und umgekehrt. Keiner hatte was zu erledigen.
Also flanierten wir durch den Alten Botanischen Garten und liefen so etwas ziellos durch Marburg. Immer in einem gewissen Dunstkreis um die Kirche. Ich dachte, „was zu erledigen“ würde bedeuten, wir sind in überfüllten überhitzten Kaufhäusern um voradventliche Weihnachtseinkäufe zu erledigen. Stattdessen genossen wir die Natur im Botanischen Garten. Hätte ich das gewusst, hätte ich meinen Wir-werden-euch-vermissen-Schal eingepackt.
Irgendwann waren wir dann doch mal in einem Kaufhaus und ich kaufte ein paar Ordner für die Arbeit. Die waren natürlich zu sperrig, um sie mit sich zu tragen. Also mussten wir zum Auto. Endlich hatten wir ein Ziel! Wir liefen zum Auto. Meine Großeltern aber wären wohl lieber weiter planlos durch die Gegend gelaufen.
Als ich meine Hände wieder frei hatte, klingelte das Telefon. Ich musste ein berufliches Gespräch führen. Das war natürlich blöd. Ja, ich wusste, dass dieses Gespräch heute anstand. Aber einerseits sollte das Gespräch viel früher stattfinden, andererseits hätten wir auch viel später nach Marburg fahren sollen.
Aber so musste ich nun telefonieren, während ich mit meinen Großeltern den Parkplatz wieder verließ. Zum Glück liefen wir an einer Michael-Schumacher-Ausstellung vorbei. Da konnten meine Großeltern reingehen, während ich telefonierte. Na immerhin. Das Telefonat dauerte nämlich eine Dreiviertelstunde.
Meine Großeltern interessieren sich zum Glück im Gegensatz zu mir für Formel 1 (meine Devise lautet: Zum Sport noch schnell ein letztes Wort: Im Kreis rumfahren ist kein Sport.) So war uns beiden geholfen. Meine Großeltern waren dann sogar glücklich, dass ich die Ordner gekauft hatte, sodass wir wieder zum Parkplatz gehen mussten, ansonsten wären wir nie über diese Ausstellung gestolpert.
Die Zeit war nun auch so weit fortgeschritten, dass wir gemächlich durch die Fußgängerzone laufen konnten, um uns ein Lokal für das Abendessen auszusuchen. Die erste Wahl war das Paprica, aber das war voll. Auch alle anderen Lokale in der Gegend waren voll. Im Endeffekt wurde es dann die Dönerbude direkt gegenüber von der Kirche.
Dann wurde es nach meinem Ermessen auch schon Zeit, dass wir uns anstellen. Wer meinen Konzertbericht aus Rennerod gelesen hat, weiß ja, wie wichtig mir die 1. Reihe ist – und in Rennerod hat das ja nicht geklappt.
Zuvor unterhielten wir uns auch noch sehr gut mit den Klomännern am Klohaus der Kirche. Diese empfahlen uns nicht die 1. Reihe. Aber ich wollte doch unbedingt in die 1. Reihe! Also stellten wir uns viel zu früh an. Nur vier Personen standen in der Schlange vor uns. Wir beobachteten, wie Leute kamen, die Karten verkaufen wollten. Wir beobachteten, wie Leute freudig Karten in letzter Minute kauften. Hinter uns spielten Kinder Sching-Schang-Schong und holten sich gegenüber ebenso Döner. Die Schlange wurde länger und länger. An der Straße teilte sie sich nach rechts und links.
Es wurde sieben, aber die großen Kirchentüren gingen nicht auf. Andere Leute, die weiter hinten standen, kamen erbost nach vorne und hämmerten gegen die Türen. Aber keiner machte auf. Aufgrund der Novemberkälte wollten wir wohl alle rein. Wir hatten uns ja nach diesem Tag längst an die Kälte gewöhnt.
Endlich gingen die Türen auf und tatsächlich ergatterten wir Plätze in der 1. Reihe! Björn stand gerade auf der kleinen Bühne unmittelbar vor uns und postierte die Wasserflaschen. Nun hieß es weiter warten. Viel wärmer war es hier drin nicht. Aber die Vorfreude ist ja auch wärmend.
Die Kirchenstühle fand ich eigentlich ganz angenehm, aber fast alle anderen holten sich Kissen. Ich gebe zu, meine Finger waren auch sehr zugefroren. Aber das würde sich beim Klatschen sicher schnell ändern.
Kurz vor Konzertbeginn wurde die Setlist auf den Boden geklebt. Allerdings wurde sie mit schwarzem Stoff bedeckt, damit wir uns nicht selber spoilern konnten. Das fand ich ganz gut. Ich spoilere mich nicht gerne. Normalerweise fotografiere ich diese (zum späteren Schreiben von Konzertberichten) auch immer erst in der Konzertpause ab und versuche nicht auf die Songliste der noch kommenden Lieder zu gucken.
Dies wird mein erstes Konzert in einer Kirche. Da fragt man sich ja schon, wie die Sänger sich umziehen, wohin sie sich zurückziehen etc.. Hinter dem Altarraum war ein Zaun mit einer Art Gartentor. Hier gab es auch regen Betrieb, die Techniker liefen hier oft durch. Da stand auch ein Schild: „Zutritt nur mit Ticket.“ Aber ich nehme mal an, es wurde nur vergessen dieses Schild an das Kirchenportal zu stellen.
Jedenfalls ging dann endlich das Licht aus und im Dunkeln kamen die einzig und wahren Alten Bekannten auf die Bühne und versammelten sich um ein Mikro, um Musik von den Alten Bekannten anzupreisen. Einfach herrlich, wie sie sich dabei schon so professionell um das Mikro drehen und dabei doch absichtlich gegenseitig immer wieder im Weg stehen.
Ohne Pause ging es dann auch direkt weiter mit Montagsallergie. Ja, eine Montagsallergie habe ich derzeit auch. Ich habe keine Ahnung, warum, aber der November geht mir echt hart an die Nieren. Da wartet man schon Montags wieder auf das Wochenende. Immerhin hat das Übernachten bei meinen Großeltern auch was Gutes: Ich schlafe tatsächlich in beiden Nächten bis neun Uhr. Das schaffe ich im eigenen Bett derzeit nicht an „freien“ Tagen.
In der ersten Moderation kam die übliche Vorstellung von Dän. Als das Ende der Wise Guys feststand, wollte er mit Nils und Björn weiterhin fünfstimmige deutschsprachige Acapella-Musik machen, sie übten sofort, doch sie mussten feststellen, dass das mit dem Fünfstimmigen zu dritt nicht so gut funktionierte. Also suchten sie zwei weitere Mitstreiter, die intelligent, charismatisch, gut aussehend und talentiert sind. Clemens tat bei diesen Worten sehr geschmeichelt. Doch dann erzählte Dän weiter, dass sie solche Personen nicht finden konnten und daher Clemens und Ingo genommen hätten. Allerdings betonte er auch direkt, dass diese Aussage so natürlich nur ein Spaß war.
Weiter erzählte er von der Altersstruktur und dass sie tatsächlich nur einen Jüngsten in der Band hatten und das ist der Björn. Alle anderen sind älter und im Alter hat man ja so seine Probleme, wie sie im Alltag auch selber merken. Das zeigten sie dann mit Der Dings. Das schwarze Tuch auf der Setlist war übrigens inzwischen längst weg.
Als die Autorin, die nicht Astrid Lindgren heißt, besungen wurde, meinte der Junge hinter mir (der draußen in der Schlange Sching-Schang-Schong gespielt hatte): „Die meinen Harry Potter!“
Nach dem Lied erklärte Dän weiter, dass dieses Konzert ja unter besonderen Bedingungen stattfand. Sie waren als Alte Bekannte zwar schon zum zweiten Mal in der Elisabethkirche, weil es hier echt schön ist, aber es gibt halt auch Nachteile – zum einen die Sandsteinsäulen, die den Blick versperren (im weiteren Verlauf habe ich aber auch öfter beobachtet, wie die AB gezielt an den Säulen vorbeigeguckt haben, um denen mit schlechteren Plätzen zuzuwinken). Das Problem mit den Säulen, Dän hatte nachgefragt: Die brauchte man wegen der Statik.
Das nächste Problem war die Temperatur. Aus diesem Grund würden sie auch ohne Pause das gesamte Konzert durchsingen. Wer zwischendurch aber dringende Bedürfnisse hätte, solle diesen nachgehen. Da wären sie nicht sauer drüber.
Es folgte Unprofessional. Vor allem Ingo und Björn demonstrierten ihre Unprofessionalität sehr gut. Björn machte von sich einfach ein Selfie, Ingo stieß immer mehr gegen sein Mikro, alle hatten mal die Hände in den Hostentaschen. Zum Ende des Lieds hatte Ingo das Mikro im (!) Mund.
Er hatte dann auch die nächste Moderation und wischte sein Mikro einfach an Ingos Sakko ab. Also wenn der das bei jedem Konzert macht (ein Sakko wird ja auch nicht täglich gewaschen), sollte man an der Stelle aber irgendwann einen deutlichen Fleck sehen. Aber was hat er erzählt? Ich kann mich nicht erinnern. Das ist das Problem, wenn man den Konzertbericht nicht sofort nach dem Konzert schreibt… Wahrscheinlich hat er davon geschwärmt, wie viele tolle Komponisten in der Band sind und wie toll der Hall in der Kirche ist und wie toll das alles zum Nordseewind vereint werden kann.
Ich weiß aber auf jeden Fall, dass Clemens in der folgenden Moderation von tollen Komponisten geredet hat. Er meinte nämlich, wenn man so lange gemeinsam auf Tour ist, bemerkt man Gemeinsamkeiten. Zum Beispiel dass sowohl er als auch Dän ganz tolle Songs schreiben können (für den Spruch erwartete er dann zehn Euro von Björn). Oder dass er und Dän die einzigen in der Band sind, die schon Kinder haben.
So kam nun natürlich der Kleine Terrorist – Clemens‘ Babygewimmere ist genial! Dann ging es auch direkt weiter mit Billig Jeans. Das übertrifft ja wirklich alles! Der Tanz, die MJ-Parodie, das „Hi Hi!“
Dän erklärte danach, dass nach so einem Konzert mal ein erboster Zuschauer auf ihn zukam und sich beschwerte, Michael Jackson würde sich ob dieser Parodie im Grab umdrehen. Aber da konnte Dän uns beruhigen: MJ hatte eine Einäscherung. Mein Großvater meinte, dass sich eher Kik über dieses Lied beschweren könnte.
Weiter erzählte Dän dann von einem neuen Lied, das der Ingo geschrieben hatte. Es ging um bedingungslose Liebe. Bedingungslos bescherte mir echt eine Gänsehaut. Ob das an dem besonderen Hall in der Kirche lag? Denn normalerweise kann ich mit Balladen beim ersten Hören nichts anfangen. Ich kann sie erst gut finden, wenn ich irgendwas mit ihnen verbinde. Dafür gab es auf jeden Fall viel Applaus.
Für mich war es das erste Mal, dass ich dieses Lied gehört habe. Aber es kam direkt ein weiteres neues: Dän berichtete, dass die junge Band noch nicht an vielen Orten zum zweiten Mal war. Die Elisabethkirche gehörte nun dazu. Und wenn man irgendwo zum zweiten Mal ist, dann ja auch, weil man diesen Ort schätzt. Diese Verbundenheit zur Elisabethkirche wollten die Alten Bekannten nun mit einer Uraufführung zum Ausdruck bringen.
Das folgende Lied hatten sie noch nie vor Menschen gespielt (also vor normalen Menschen). Es ist ein Lied, das auf die Sorgen und Nöte der Flüchtlinge aufmerksam machen sollte. Es sei schlimm, dass Flucht überhaupt nötig sei. Noch schlimmer sei es, dass diese Menschen an vielen Orten so ungastlich empfangen würden. Nur die wenigsten machen das aus Spaß, für die allermeisten ist es eine Katastrophe alles zurücklassen zu müssen. Dieses Lied bekam einen Riesenapplaus schon bevor es überhaupt gesungen wurde.
Es folgte Das Lied der Flüchtlinge. Und danach gab es richtig lange Applaus. Irgendwann durchbrach Dän ihn einfach mit der kommenden Moderation. Aber man kann festhalten, dass das Lied und vor allem die Message dahinter gut ankommt. Dän erklärte dann nämlich, dass das Lied nicht selbstgeschrieben war. Es war von Hans Albers und stammt aus der Zeit nach dem 2. Weltkrieg, als nämlich die Deutschen die Flüchtlinge waren. Dass wir selber die Flüchtlinge waren, ist noch gar nicht so lange her – und es kann jederzeit wieder geschehen.
Was er dann noch zum folgenden Lied sagte, weiß ich nicht mehr. Wichtig war die politische Aussage – schon direkt nach der Bandgründung sagten die AB ja, dass sie sich in solchen Fragen klarer und mutiger positionieren wollten als die Wise Guys.
Achja richtig, er sprach über die Stimmlagen, welche Stimmlagen es gab, dass Björn der Bass war und Nils beispielsweise der Tenor, das Gefiepse was man den ganzen Abend hörte. Zu Beginn von Zur falschen Zeit am falschen Ort machte Björn daher direkt Respekt bekundende Gesten Richtung Nils. Immer mal wieder zeigte er auf Nils, wenn das Gefiepse ansetzte, was ja eigentlich richtig gut war. Und dann applaudierte er nach dem Lied auch noch Nils.
Weiter ging es mit ernsten Themen nach der Flüchtlings-Thematik, aber Dän versprach, dies wäre das letzte ernste Thema. Zunächst mal zur Entstehung des folgenden Songs: Bei den AB komponieren ja fast alle (nur Björn nicht, dafür ist er Social Media-Beauftragter). Hier hat Nils eine Melodie komponiert und diese zu Dän rübergeschoben, der sich dann für das ernste Thema Depressionen entschied.
Er berichtete nun von seinen eigenen Erfahrungen und wie man versuchen sollte mit Depressionen umzugehen. Und mittendrin verlor er plötzlich den Faden. Das war schon ein Bruch, wenn er mit so ernster Stimme spricht bzw. eigentlich sogar referiert und plötzlich mit der normalen Sprechstimme leicht erheitert zugibt, den Faden verloren zu haben. Ingo rief ihm irgendwas zu und Dän konnte den Faden wieder aufnehmen, um Nur du allein anzukündigen. Auch ein Lied, das (auch durch die starre Choreo) in der Kirche besonders gut ankommt.
Weiter ging es mit einem englischsprachigen Lied namens Love Yourself. Hieß es anfangs nicht, sie wollten fünfstimmige deutschsprachige selbstgeschriebene Acapella-Musik betreiben? Naja, ich persönlich mag englischsprachige Musik nicht.
Clemens sprach erneut von Gemeinsamkeiten (er erwähnte auch erneut, dass er und Dän die Gemeinsamkeit hatten hervorragende Komponisten zu sein. Aber der Spruch, dass Björn ihm nun einen Zehner schuldet, kam diesmal nicht). Die Gemeinsamkeit, um die es jetzt ging war, dass sie alle große Boyband-Fans waren.
Vor allem Nils ging dabei total ab und machte laut „Wuhu!“. Er selber erschrak über den Hall dieses Schreis wohl am meisten. Clemens sprach weiter, dass es völlig egal war, um welche Boyband es sich handelte – Backstreetboy, Take That, Spice Girls… Björn legte für dieses Lied übrigens sein Sakko ab. Es kam Penny Lane von den Beatles.
Ja, ich sagte gerade noch, ich mag keine englischsprachigen Lieder. Aber alle Lieder von den Beatles sind natürlich der Hammer! Björn ging despektierlich noch mal auf den Altersunterschied ein: Ihm musste erst mal erklärt werden, dass das Lied von den Stones sei.
Weiter erklärte er, dass er schon einige Male von Fans angesprochen wurde, die erbost auf ihn zukamen, weil sie meinten, bei 2-3 Liedern auf dem Konzert Musik gehört zu haben. Denen erwidert er immer, dass er auch erbost wäre, wenn auf den Konzerten nur bei 2-3 Liedern Musik zu hören wäre. Denen erwidert er immer, dass auch er erbost wäre, wenn nur bei 2-3 Liedern Musik zu hören wäre – er erhoffte sich das eigentlich bei allen Liedern.
Aber natürlich wusste er, was diese Leute meinten: Sie meinten, irgendwoher müsste da doch was eingespielt sein, das könne doch nicht alles mit der Stimme gemacht werden. Und daher erklärte er nun das Mundschlagzeug, das Clemens mal vormachen durfte. Er demonstrierte die drei Grund-Mouth-Percussions je ohne Mikro und dann mit Mikro (sehr beeindruckender Unterschied). Das Publikum klatschte. Aber Björn sprach weiter:
„Ja, ich verstehe, dass sie nicht geklatscht haben, die Dame in der ersten Reihe“, ich erschrak, meinte er meine Großmutter? „Bis hierhin können wir das ja auch alle…“ Aber dann durfte Clemens ein Schlagzeugsolo (ohne Schlagzeug!) demonstrieren, bei dem man wirklich vermuten konnte, da wäre zusätzlich was abgespielt worden. Dieses Solo heißt in der Liederliste übrigens „BB Solo“. Björn schaute nach, ob danach auch alle klatschten. Ich durfte beruhigt sein, er hatte vorhin die Dame neben meiner Großmutter angesprochen, die nun extra demonstrativ klatschte.
Das nächste Lied war Sie bricht mir das Herz. Hier gefällt mir Nils‘ Gefiepse besonders gut. Ich weiß nicht warum, es war einfach genial!
Bei Verboten war natürlich besonders die Zeile ein Lacher, welche besagte, dass man die Kirche nicht besichtigen durfte ohne zu beten. Immerhin waren wir in einer Kirche.
Wir sind da ist auch der Name der Premieren-Tour und hier machte Nils wieder gesangliche Einlagen mit dem Publikum. Einen Ton hielt er unglaublich lange. Unmenschlich lange. Ich weiß nicht, wie er das gemacht hat. Man hätte mal die Zeit stoppen sollen. Der Ton ging so lange, dass ihm selbst seine Kollegen auf die Schulter tippten, um ihm klarzumachen, dass er zu lange ging. Aber er machte weiter. Dafür erhielt er natürlich extra Applaus. Und der Ton ging immer noch weiter.
Als er danach verlangte, dass das Publikum das nachmachte, gab es erst mal Gelächter, doch dann schwoll der Ton in der Kirche an. Und er dauerte und dauerte (aber ich gehe davon aus, dass die meisten zwischendurch Luft holten). Nils verabschiedete sich zwischendurch und ging auch einfach mal Richtung Backstage-Bereich, kam aber wieder. Und der Ton dauerte noch immer an. Was für ein langer Ton.
Natürlich gab es auch wieder Dankworte an viele Leute und Dän kündigte bereits das nächste Konzert in Marburg an – am 14.09.2019 im Erwin-Piscator-Haus. Vom Namen des Veranstaltungsortes durfte man wohl davon ausgehen, dass es keine Kirche war. Und man könnte jetzt natürlich gerne schon für nächsten September planen.
Dann folgte auch noch eine Herausforderung für die Techniker, denn es sollte ein Lied kommen, das in der Setlist vergessen wurde und eigentlich wohl auch früher im Konzert hätte kommen sollen. Es wurde als das Lied einer weiteren Boyband angekündigt, die es nicht mehr gibt: Radio.
Das letzte Lied (im regulären Konzertteil) war Die schönste Stadt. Und hier wurde Marburg besungen – in einer Schönheit, die man von Marburg einfach nicht kennt. Aber es war einfach schön. Dieses Lied über Marburg sollte auf einer CD veröffentlicht werden!
Natürlich kamen die Alten Bekannten für die Zugaben wieder. Und ich wurde sehr überrascht, als die ersten Töne kamen. Dm dm dm. Dmdmdm. Ddmdmdm. Ddmdmdm… Das kam mir sehr bekannt vor und ich dachte eigentlich, diesen Evergreen nie mehr live zu hören. Das altbekannte Intro wurde vor allem durch Clemens deutlich aufgepeppt und dann kam Jetzt ist Sommer. Auch wenn es ein Evergreen ist, dachte ich eigentlich er wäre wie der Ohrwurm begraben… Ich finde, hier in der Kirche kam der Hit auch nicht so rüber. Trotzdem war es schön diesen altbekannten Song mal wieder zu hören.
Danach ging es direkt weiter mit Junimond. Eigentlich schade, denn dieses Lied war für mich eigentlich ein klares Zeichen, dass das Konzert danach vorbei war. Immerhin wurde gesungen: „Es ist vorbei, byebye.“ Ich hatte vorher überlegt, ob Lieder von der neuen Weihnachts-CD gesungen würden. Aber eigentlich eh unwahrscheinlich, da wir noch nicht in der Adventszeit waren. Andererseits hatte ich Endlich wieder Weihnachtszeit bei den Wise Guys auch schon mal mitten im Sommer gehört.
Nach dem Lied ließen sie sich beklatschten und verließen ein zweites Mal die Bühne. Aber sie kamen erneut wieder! Diesmal aber liefen sie über die Bühne und in den Zuschauerraum. Das kam überraschend. Menschen standen auf, um zu sehen, wo sie hinliefen. Dän erklärte, dass sich alle wieder setzen sollten und sie ein Lied ohne Mikrofone singen würden.
Es kam ein weiteres englischsprachiges Lied und wir verstanden auch kaum was, weil wir dafür dann doch nicht auf den optimalen Plätzen saßen. Aber da freute ich mich dann auch für die, die in der Mitte saßen, dass die die Alten Bekannten nun auch mal so nah sehen durften.
Nach diesem Lied kamen aber nur vier Alte Bekannte zurück über die Bühne und verschwanden im Backstage-Bereich. Björn ging direkt an den Merch-Stand am anderen Ende der Kirche. Der Arme. Konzert ohne Pause und dann auch noch direkt Merch verkaufen müssen… Aber er ist ja der Jüngste, der muss das abkönnen.
Trotzdem wusste ich, dass man ihn dann nicht direkt belagern sollte. Wir gesellten uns dennoch in seine Nähe, um eventuelle interessante Gespräche mitzuhören. Tatsächlich fragte eine Frau zum Lied der schönsten Stadt, wie sie das denn in Städten wie St. Peter Ording mit so vielen Silben machen würden. Darauf erwiderte Björn, dass das ein Marburg-Lied war, das sie nur für Marburg gedichtet haben und auch nur in Marburg singen.
Ich wollte ihn unterstützen: „Ich war letztens auf einem Konzert in Rennerod. Da wurde das Lied zum Beispiel nicht gesungen. Würde ja auch gar nicht gehen – hat ja drei Silben.“ Daraufhin schaute Björn mich ganz entgeistert an; sein Blick sagte: „Was?! Wir haben das da nicht gesungen? Kann nicht sein?!“
Natürlich wurde es dort auch gesungen…
Dann kamen auch irgendwann die anderen und die übliche Autogrammjagd begann. Meine Großmutter hatte einfach die Weihnachts-CD von meiner Mutter mitgenommen, die sie als Misereor-Spenderin erhalten hatte. Mehrfach wurde sie beim Unterschreiben dann angesprochen mit: „Oh, Sie haben auch gespendet? Sehr schön.“ Meine Oma erwiderte dann immer „Ja, klar“ und erkundigte sich erst hinterher bei mir, was es mit dieser CD auf sich hat: „Weihnachten mit den Alten Bekannten“ bekam man nämlich nur, wenn man 2-Euro-Spender bei Misereor war.
Dän hatte eine Flasche Bier bei sich. Frech fragte ich, wo man denn hier in der Kirche Bier herbekäme. Er antwortete ganz trocken: Nirgends. Das bekommt man nur im Backstage-Bereich. Dann fragte ich ihn noch, wie er das Bosch-Bier fand (das Bier das in meinem hessischen Elternhaus [ich bin ja inzwischen Westerwälder] getrunken wird). Gefiel ihm echt gut.
Über meine Herkunft sprach ich dann auch mit Ingo. Er musste mir leider sagen, dass in Rennerod vorerst kein Konzert mehr stattfinden wird. Er konnte das auch politisch begründen, aber die Begründung ist mir inzwischen leider entfallen. Aber wenn ich doch im Westerwald bin, wäre doch Köln/Bonn, wo sie sehr regelmäßig auftreten, nicht weit. Hmm, ja, leider doch… ich bin ja eher nach Koblenz orientiert (wo seit meiner Umsiedlung von Hessen nach Rheinland-Pfalz vor inzwischen über sieben Jahren nur 1 Wise-Guys-Konzert und 0 Alte-Bekannte-Konzerte stattfanden; aber ich war auf allen dieser Konzerte).
Am Merch-Stand konnte es sich meine Großmutter nicht nehmen lassen Björn zu berichten, dass ich ja gerne was kaufen wollte, aber leider schon alles hatte. Darauf machte Björn bei mir Werbung für das T-Shirt zu Ich habe kein Tattoo. Zwar habe ich kein Tattoo und möchte diesen Umstand auch niemals ändern, aber ich brauche auch kein T-Shirt, da davon Kunde trägt. Ich machte dann auch den sehr flachen Witz, dass sich das Motiv auch gut als Tattoo eignen würde. Aber dieser Witz war Björn dann wohl doch zu flach. Er pries mir auch das nächste AB-T-Shirt mit den Konzertdaten 2019 an. Aber es würde genauso aussehen wie das T-Shirt, das ich bereits anhatte. Das wäre für mich im Prinzip dasselbe T-Shirt. Das musste nicht sein.
Dann sprachen wir auch noch mit Clemens, der stolz berichten konnte, dass dies das 111. Konzert der Alten Bekannten war. Er sprach davon, dass es auf der Bühne manchmal auch sehr anstrengend sei. Zum Beispiel bei Billig Jeans hat er das gesamte Lied über keine Zeit zum Atmen. Inzwischen ist er aber so weit, dass er nach diesem Song nur nicht mehr total fertig ist, sondern nur noch fertig. Es wird besser.
Ich würde mich ja jetzt gerne auf das nächste Konzert in Rennerod freuen. Aber das steht ja leider sehr in den Sternen. Und auch Basta tritt vorerst nicht im Café Hahn auf, wo ich sie so gerne sehe. Das heißt, aktuell habe ich tatsächlich kein weiteres Acapella-Konzert geplant. Das ist aber blöd… Hoffentlich ändert sich das bald. Ansonsten begnüge ich mich mit der Vorfreude auf das nächste AB-Album. Im Fanforum läuft ja bereits der Countdown runter.
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3
#2
Danke für deinen Bericht Roseschenk
wirklich sehr interessant zu lesen Daumen hoch und schön etwas zum neuen Lied zu lesen!
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#3
Kleine Anmerkung von mir:

BJÖRN hat bei „Unprofessionell“ immer das Mikro im Mund und wischt es dann bei Ingo ab....

Danke für den langen Bericht mit vielen persönlichen Eindrücken.
Smile
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#4
Danke für die Infos zum neuen Lied; Daggi und ich haben uns die Hans-Albers-Version dann mal angehört um zu wissen, wie der Text ist; aber wie die Jungs das umgesetzt haben, wird noch spannend zu erfahren; da sie es aber wohl nur in Kirchenkonzerten bringen wollen, sehe ich da etwas schwarz Zwinker
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#5
Supertoller Bericht, Basti! Applaus
Danke!

Du schreibst, Du bist ( auch) nach Koblenz orientiert?

Nun, die AB kommen am 2.2.19 dorthin.... Flöt
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#6
Da haste aber lange dran geschrieben, Basti, danke für den langen Bericht.  Nick
Und noch etwas Neues haben wir wieder erfahren, da bin ich mal sehr gespannt, irgendwann wird schon mal ein Kirchenkonzert des Weges daher kommen. Smile
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#7
Basti, tja, ich fürchte, Du wirst Deinen Umkreis ein wenig erweitern "müssen"... Zwinker
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